NachrichtenVeröffentlicht:
SUSE streicht rund zehn Prozent der Stellen – und nennt KI als Grund
Der in Fürth gegründete Linux-Anbieter baut weltweit etwa jede zehnte Stelle ab. Die Begründung: Automatisierung und KI verändern Softwarefirmen.

Eine Nachricht, die gerade in der deutschen IT-Szene einschlägt: SUSE, der Linux-Pionier, der 1992 von drei Studenten in Fürth gegründet wurde, baut rund zehn Prozent seiner weltweiten Belegschaft ab. Laut heise online hat CEO Dirk-Peter van Leeuwen das den etwa 1.900 Beschäftigten in einer internen Mail mitgeteilt.
Was als Begründung genannt wird
Bemerkenswert ist vor allem, wie offen die Firmenspitze den Schritt erklärt. Automatisierung und KI würden die Arbeitsweise von Softwareunternehmen grundlegend verändern. Die bisherige Organisation und Kostenstruktur trage SUSE deshalb nicht mehr in die Zukunft, und der Bedarf an manchen Rollen sei stark gesunken. Welche Teams betroffen sind, wurde nicht im Detail gesagt. Das Unternehmen will Investitionen in Schwerpunktbereiche beschleunigen und andere Felder zurückfahren.
Der Zeitplan
- Betroffene sollen bis Mittwoch informiert werden.
- Am Donnerstag werden Arbeitnehmervertreter benannt.
- Anfang nächster Woche starten Einzelgespräche.
- Am 16. November soll der Rest der Belegschaft die Strategie für das Geschäftsjahr 2027 vorgestellt bekommen.
Schon im September hatte SUSE langjährigen Mitarbeitenden angeboten, freiwillig zu gehen. Offenbar haben sich nicht genug gemeldet.
Meine Einordnung
Das Paradoxe daran: Gerade SUSE galt als möglicher Gewinner des KI-Booms, weil Unternehmen für ihre KI-Anwendungen stabile Basissoftware brauchen. Der Eigentümer EQT hatte die Firma 2023 von der Börse genommen, und im Frühjahr gab es Berichte über einen möglichen Verkauf. Dass ein Open-Source-Haus mit deutschen Wurzeln den Abbau so direkt mit KI begründet, dürfte die Debatte über KI und Jobs hierzulande noch einmal anheizen. Ich bin gespannt, ob die Strategie am 16. November zeigt, wohin SUSE eigentlich wachsen will.
Quelle: heise.de