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RegioGuard-PRO: Fraunhofer baut ein KI-Cockpit für den Katastrophenschutz
Hochwasser, Hitze, Blackout: Ein Projekt unter Führung von fuseki mit Fraunhofer EMI und DFKI will verstreute Daten für Kommunen zu einem Lagebild bündeln.

Wenn ein Fluss über die Ufer tritt, liegen die wichtigen Informationen meist an vielen Stellen: Gefahrenkarten, Straßennetz, Feuerwachen, Gebäudedaten, Wetter. Genau das will das Projekt RegioGuard-PRO ändern. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik (EMI) entwickeln mit Partnern ein KI-gestütztes Cockpit, das Kommunen und Einsatzkräften ein gemeinsames, aktuelles Lagebild liefern soll.
Was das System können soll
Statt Hochwassergefahrenkarten nur von Hand auszuwerten, soll die Plattform selbst erkennen, welche Gebäude im Überschwemmungsgebiet liegen, welche kritische Infrastruktur betroffen ist und welche Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten werden könnten. Über ein eingebautes Sprachmodell lassen sich die Analysen auch per Spracheingabe abfragen, ähnlich wie bei einem Chatbot. Dazu kommen Was-wäre-wenn-Szenarien, mit denen sich Alarm- und Einsatzpläne vorab durchspielen lassen. Als Testfall dient ein Jahrhunderthochwasser, mit Daten der Bundesanstalt für Gewässerkunde, des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie sowie aus OpenStreetMap.
Wer dabei ist
Die Leitung hat die fuseki GmbH. Neben Fraunhofer EMI sind die TH Wildau, die Uni Freiburg, das DFKI, das DRK Rheinland-Pfalz und die Stadt Trier beteiligt. In Trier, Mainz und Wildau entstehen Demonstrationszentren, mit dem Landkreis Lörrach geht es um Hitzewellen und die Frage, wie Menschen sichere, kühle Orte erreichen. Gefördert wird das Projekt vom Forschungsministerium BMFTR, Laufzeit bis März 2028. Ein praxistauglicher Demonstrator ist in zwei Jahren geplant.
Meine Einschätzung
Mir gefällt, dass hier KI nicht als Wundermaschine verkauft wird, sondern als Werkzeug, das vorhandene Daten endlich zusammenbringt. Nach den Hochwassern der letzten Jahre weiß man in vielen Regionen, wie viel Zeit verloren geht, wenn Informationen verstreut sind. Entscheidend wird sein, ob das Cockpit im Ernstfall verlässlich bleibt und ob kleinere Kommunen es sich leisten können.
Alle Details stehen in der Mitteilung beim Informationsdienst Wissenschaft.
Quelle: nachrichten.idw-online.de