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KI-Fabrik statt Atomkraftwerk: PreussenElektra und NVIDIA prüfen acht alte AKW-Standorte
Die E.ON-Tochter PreussenElektra und NVIDIA untersuchen, ob frühere Kernkraftwerksflächen Rechenzentren für KI tragen können. Entschieden ist noch nichts.

Wo früher Atomstrom erzeugt wurde, könnten irgendwann Grafikchips rechnen: PreussenElektra, die für den Rückbau zuständige Tochter von E.ON, und NVIDIA wollen gemeinsam prüfen, ob sich ehemalige Kernkraftwerksstandorte in Deutschland als sogenannte KI-Fabriken eignen. Gemeint sind große Rechenzentren, in denen KI-Modelle trainiert und betrieben werden. Angekündigt wurde die Zusammenarbeit am 21. Oktober.
Worum es geht
PreussenElektra baut derzeit acht frühere Kernkraftwerke zurück. Genau diese Flächen haben, was Rechenzentren brauchen: viel Industriegelände, starke Netzanschlüsse und vorhandene Infrastruktur. Die Aufgabenteilung ist klar: PreussenElektra bringt das Wissen über Standorte und Rahmenbedingungen ein, NVIDIA bewertet die Anforderungen an KI-Rechenzentren und mögliche technische Konzepte. Danach soll feststehen, welche Standorte einen genaueren Blick verdienen.
In regionalen Berichten fallen unter anderem die Namen Unterweser in Kleinensiel, Grohnde und Stade in Niedersachsen sowie Grafenrheinfeld und Isar in Bayern.
Noch kein Bauprojekt
Wichtig ist der Zusatz, den beide Firmen selbst machen: Die Prüfung ist ergebnisoffen, konkrete Investitions- oder Standortentscheidungen gibt es nicht. Offen ist auch, woher der Strom für solche Rechenzentren am Ende kommen soll.
Meine Einschätzung
Ich finde die Idee naheliegend und trotzdem bemerkenswert. Deutschland diskutiert seit Jahren, wo die Rechenkapazität für eigene KI herkommen soll, und gleichzeitig liegen an den abgeschalteten Meilern große Netzanschlüsse ungenutzt. Ob daraus wirklich Rechenzentren werden, hängt aber vom Rückbau ab: In Kleinensiel etwa soll der nukleare Teil erst um 2032 abgeschlossen sein. Bis dort GPUs summen, dürfte es also dauern.
Die Details gibt es im Bericht von DCD und in der Pressemitteilung von PreussenElektra.
Quelle: datacenterdynamics.com