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IW-Umfrage: Zwei Drittel der KI-Firmen achten auf digitale Souveränität

Laut IW Köln wählen 65 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen ihre Tools auch nach Souveränität aus. 29 Prozent der Beschäftigten nutzen nicht freigegebene KI.

Ein Schalter mit zwei Steckverbindungen vor einem blauen Netz aus Datenpunkten, darüber ein offenes Schloss

Kurz vor dem Digital-Gipfel der Bundesregierung, der am Montag beginnt, hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln Zahlen veröffentlicht, die mich mehr interessieren als so manche Modellankündigung. Es geht um die Frage, wie abhängig deutsche Unternehmen bei künstlicher Intelligenz eigentlich von einzelnen Anbietern sind.

Die wichtigsten Zahlen

  • Im IW-Zukunftspanel wurden im Sommer 2026 insgesamt 1.141 Unternehmen befragt, 783 davon setzen KI ein.
  • 65 Prozent dieser KI-Nutzer sagen, dass digitale Souveränität ein Kriterium bei der Auswahl ihrer KI-Lösungen ist. Gemeint sind etwa Datenhaltung in Europa und die Unabhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.
  • In einer separaten Beschäftigtenbefragung aus dem Frühjahr gaben 29 Prozent der KI-Nutzenden an, Anwendungen zu verwenden, die ihr Arbeitgeber nicht freigegeben hat.

Wechseln können als Maßstab

Die Autorin Barbara Engels formuliert die Kernforderung so, dass sie sich gut merken lässt: Souverän ist, wer den Anbieter wechseln kann. Das IW verlangt von der Politik, KI-Lösungen zu fördern, die einen Wechsel erlauben, den Datenschutz sichern und auch in Krisen kontrollierbar bleiben. Die angekündigte Zusammenarbeit der Bundesregierung mit Nvidia hält das Institut grundsätzlich für sinnvoll, weil es bei starken KI-Chips keine europäische Alternative gibt. Die geplanten Modelle müssten aber wirklich offen sein und sich notfalls auch auf anderer Hardware betreiben lassen.

Warum mich die Schatten-KI-Zahl stutzig macht

Fast ein Drittel der Beschäftigten nutzt also KI am Arbeitgeber vorbei. Das zeigt für mich, dass Souveränität nicht nur eine Frage von Rechenzentren ist, sondern auch davon, ob Firmen ihren Leuten brauchbare, erlaubte Werkzeuge geben. Wer das nicht tut, verliert die Kontrolle über die eigenen Daten, ganz gleich, wo die Server stehen.

Das IW rechnet übrigens damit, dass KI das Produktivitätswachstum in Deutschland bis Ende des Jahrzehnts auf fast ein Prozent pro Jahr heben kann, nach nur 0,4 Prozent in den bisherigen 2020er-Jahren.

Die vollständige Einordnung gibt es beim Institut der deutschen Wirtschaft.

Quelle: iwkoeln.de

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