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Digitalgipfel: Nicht alle ins Handwerk, sondern besser weiterbilden

Beim Digitalgipfel in Berlin ging es um KI und Jobs. Ein Arbeitsmarktforscher warnt vor der Flucht ins Handwerk und fordert mehr Weiterbildung.

Illustration: ein junger Mann in einer Holzwerkstatt blickt durch ein Fenster auf ein Büro mit KI-Bildschirmen, ein Weg verbindet beide Welten

Wenn es um KI und Arbeitsplätze geht, höre ich in letzter Zeit oft denselben Rat: Dann eben ins Handwerk, da ist man sicher. Genau diesem Reflex hat beim Digitalgipfel der Bundesregierung in Berlin jemand ziemlich deutlich widersprochen. Wie heise berichtet, drehte sich der zweite Gipfeltag stark um die Frage, was KI mit dem Arbeitsmarkt macht.

Die wichtigsten Stimmen

  • Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kann es nach eigenen Worten nicht mehr hören, dass alle aus Angst vor KI ins Handwerk sollen. Junge Menschen sollten den Weg wählen, der zu ihren Fähigkeiten passt, und später weiterlernen. Wegfallende Hilfstätigkeiten seien kein Grund für Panik, insgesamt sinke der Bedarf an Arbeitskräften durch KI nicht.
  • Alexander Schweitzer (SPD), seit Mitte Oktober Bundesarbeitsminister, räumt ein, dass Deutschland bei Weiterbildung nicht besonders gut ist. Ihm ist wichtig, dass der Wandel nicht über eine Phase der Arbeitslosigkeit läuft.
  • Karsten Wildberger (CDU), der Digitalminister, will mehr Ehrgeiz und verweist darauf, dass mehr KI nicht automatisch weniger Arbeit bedeutet.
  • Irene Bertschek vom ZEW in Mannheim beobachtet, dass generative KI zwar breit genutzt wird, echte KI-gestützte Abläufe in Firmen aber noch selten sind.

Was ich daraus mitnehme

Mich hat vor allem Webers Punkt überzeugt, dass ein Abschluss eher ein Startschuss sein sollte als ein Ziel. In der Anime- und Spielebranche sieht man seit Jahren, wie schnell sich Werkzeuge ändern, und wer dranbleibt, hat meistens die besseren Karten. Schweitzers Bemerkung, dass „lebenslanges Lernen“ zu sehr nach „lebenslänglich“ klingt, ist zwar ein Gag, trifft aber einen wahren Kern. Ob aus den Worten konkrete Programme werden, muss sich noch zeigen.

Zum Nachlesen: Bericht bei heise online.

Quelle: heise.de

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