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Indien will KI-Firmen zu den Daten schicken statt umgekehrt
Indiens IT-Ministerium schlägt eine zentrale Plattform mit anonymisierten Daten vor, an der KI-Anbieter trainieren dürfen, aber nur nach staatlichen Regeln.

Die meisten Streitfälle rund um KI-Training laufen nach demselben Muster: Ein Unternehmen sammelt erst, und vor Gericht wird später geklärt, ob es das durfte. Indien will diese Reihenfolge umdrehen. Wie heise berichtet, hat das indische Ministerium für Elektronik und IT ein Ideenpapier veröffentlicht, nach dem nicht mehr die Daten zu den Modellen wandern, sondern die Modelle zu den Daten.
So soll es funktionieren
Der Vorschlag heißt Data Empowerment and Protection Architecture, kurz DEPA, und kennt drei Rollen:
- Datenlieferanten wie Krankenhäuser, Banken oder Behörden geben ihre Bestände ab.
- Eine zentrale Austauschplattform speichert sie anonymisiert und verschlüsselt.
- KI-Anbieter dürfen dort trainieren, allerdings zu den Bedingungen, die die Plattform und damit der Gesetzgeber festlegt.
Dazu kommen laut Papier mehrere Schutzschichten und regelmäßige Kontrollen. Gedacht ist das Ganze vor allem für indische Modelle, ausländische Firmen sollen aber offenbar nicht ausgeschlossen sein. Als Anwendungen nennt das Ministerium unter anderem Gesundheit, Bildung und Kredite für Menschen, die bisher kaum Zugang zu Banken haben.
Warum mich das interessiert
Als jemand, der viel über Anime und Manga schreibt, verfolge ich die Diskussion ums KI-Training mit gemischten Gefühlen, denn gerade Zeichnerinnen und Zeichner wurden selten gefragt, bevor ihre Arbeit in Datensätzen landete. Ein Modell, bei dem der Zugang an klare Regeln gebunden ist, klingt da erst einmal fairer. Die Kehrseite liegt auf der Hand: Eine zentrale Plattform voller Gesundheits- und Bankdaten wäre ein sehr attraktives Ziel, und wer die Regeln schreibt, hat viel Macht.
Für Deutschland ist das Thema nicht weit weg. heise zieht selbst den Vergleich zum KI-Pakt der Bundesregierung mit Nvidia, bei dem offen bleibt, wessen Daten am Ende wem nutzen. Außerdem hat Digitalminister Karsten Wildberger Anfang des Jahres einen deutsch-indischen KI-Pakt unterzeichnet. Ob DEPA mehr wird als ein Papier, ist noch offen. Als Gegenentwurf zum Prinzip „erst sammeln, dann fragen“ ist es aber eine Idee, die ich gern weiter verfolge.
Zum Nachlesen: Bericht bei heise online.
Quelle: heise.de