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AI4SDV: Europa will Autosoftware mit KI schneller entwickeln, ohne bei der Sicherheit zu schludern
Über 50 Partner, darunter Mercedes-Benz Tech Innovation und Infineon, bauen eine offene KI-Toolchain für Fahrzeugsoftware. Fraunhofer IESE achtet auf Safety.

Moderne Autos sind längst rollende Computer, und ihre Software wird immer umfangreicher. Ein neues europäisches Forschungsprojekt will diese Entwicklung jetzt mit KI beschleunigen: AI4SDV soll eine offene, KI-gestützte Toolchain für sogenannte Software-Defined Vehicles schaffen, also Fahrzeuge, deren Funktionen vor allem per Software definiert werden. Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern hat sich dabei die vielleicht heikelste Aufgabe gesichert: die Sicherheit.
Worum es geht
Die Ziele sind ehrgeizig. KI soll perspektivisch bei bis zu 80 Prozent der Engineering-Aufgaben helfen, von der Code- und Testgenerierung bis zur Fehlersuche in Systemarchitekturen. Gleichzeitig sollen in den ersten vollständigen Versionen einer Funktion über 30 Prozent weniger Fehler stecken.
Das Fraunhofer IESE untersucht, wie KI Wissen aus Sicherheitsnormen erschließen, Sicherheits- und Change-Impact-Analysen unterstützen und Nachweise über verschiedene Dokumente hinweg verknüpfen kann. Und vor allem: wie Ingenieurinnen und Ingenieure KI-Ergebnisse nachvollziehen und korrigieren können.
Die Eckdaten
- Mehr als 50 Partner, darunter AVL, Mercedes-Benz Tech Innovation, Renault/Ampere, Infineon, dSPACE, Scania/Traton, die TU München und die Universität Stuttgart
- Laufzeit: 36 Monate, Start im September 2026
- Budget: über 50 Millionen Euro, gefördert über das Chips Joint Undertaking unter Horizon Europe
- Open Source: Die entwickelten Werkzeuge sollen offen bereitgestellt werden
Meine Einschätzung
Mir gefällt, dass hier nicht nur „schneller, schneller“ gerufen wird. Der Satz von IESE-Abteilungsleiter Jan Reich trifft es: Es bringt wenig, Software rasend schnell zu schreiben, wenn der Sicherheitsnachweis danach Monate hinterherhinkt. Gerade für die deutsche Autoindustrie, die beim Thema Software oft hinterherläuft, könnte ein offener europäischer Werkzeugkasten wichtig werden. Ob die 80 Prozent realistisch sind, wird man in drei Jahren sehen.
Alle Infos gibt es in der Pressemitteilung des Fraunhofer IESE.
Quelle: iese.fraunhofer.de