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Giotto Alto und Solo: Schweizer KI-Modelle sollen ohne US-Cloud auskommen

Das Lausanner KI-Labor Giotto startet zwei Reasoning-Modelle für Europa. Alto ist im Browser kostenlos nutzbar, Solo läuft auf einer einzigen GPU.

Stilisierte Alpenkette bei Nacht, darunter eine Reihe leuchtender Rechenchips, die mit einem roten Punkt mit weißem Kreuz verbunden sind

Wenn über große Sprachmodelle gesprochen wird, fallen meistens dieselben Namen aus den USA. Umso interessanter finde ich, was gerade aus Lausanne kommt: Das KI-Labor Giotto hat zwei neue Reasoning-Modelle vorgestellt, Giotto Alto und Giotto Solo, und verspricht dabei ausdrücklich keine Abhängigkeit von US-Cloud-Infrastruktur.

Die beiden Modelle

  • Giotto Alto ist das Flaggschiff für anspruchsvolle Aufgaben und läuft auf acht Nvidia-B300-GPUs. Über die gemeinsame Cloud kann es jeder kostenlos nutzen, auch anonym ohne Konto.
  • Giotto Solo ist auf eine einzige GPU ausgelegt. Laut Giotto ist es das leistungsfähigste Modell in dieser Klasse; das sind allerdings Angaben des Unternehmens selbst.

Dazu gibt es neue Apps für iOS und Android sowie eine API für Entwickler.

Drei Wege, die Modelle zu betreiben

Giotto setzt auf Wahlfreiheit beim Standort: eine gemeinsame Cloud, die in Europa betrieben wird, abgeschottete Cloud-Instanzen in Partner-Rechenzentren in der Schweiz oder anderswo in Europa, oder die Installation auf eigener Hardware, von der Workstation mit einer GPU bis zum Server-Rack. Die Cloud-Dienste sollen sich an der DSGVO orientieren. Technisch setzt das Team darauf, mehr Rechenleistung erst bei der Beantwortung einer Anfrage einzusetzen, statt immer größere Modelle zu trainieren.

Meine Einschätzung

Für Unternehmen, Behörden und Hochschulen im deutschsprachigen Raum ist genau dieser Punkt spannend: KI nutzen, ohne dass Daten über amerikanische Server laufen. Ob Alto und Solo im Alltag mit den großen Namen mithalten, wird sich erst zeigen, wenn unabhängige Tests vorliegen. Die bisher veröffentlichten Benchmarks stammen von Giotto selbst. Trotzdem ist es ein gutes Zeichen, dass Europa beim Thema souveräne KI nicht nur diskutiert, sondern liefert.

Mehr Details stehen im Bericht von ICTjournal und auf der Website von Giotto.

Quelle: ictjournal.ch

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