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ifo-Experiment: IT-Azubis lösen mit KI plötzlich Aufgaben auf Hochschulniveau
673 angehende Fachinformatiker durften im Test ChatGPT nutzen. Die Ergebnisse stiegen massiv, aber nur 16 Prozent lernen den richtigen Umgang damit.

Die duale Ausbildung gilt als eine der großen Stärken Deutschlands. Aber was passiert eigentlich, wenn angehende Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker im Unterricht ganz offiziell eine KI benutzen dürfen? Ein Feldexperiment von ifo Institut, BIBB, TU München und FAU Erlangen-Nürnberg liefert darauf jetzt erstaunlich klare Zahlen.
So lief der Versuch
Zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 nahmen 673 IT-Azubis im letzten Ausbildungsjahr an zwölf Berufsschulen in sechs Bundesländern teil, aus den Fachrichtungen Anwendungsentwicklung und Systemintegration. Per Zufall bekam ein Teil Zugang zu ChatGPT Pro mit Internet, die anderen arbeiteten wie in einer Prüfung ohne Netz.
Die Ergebnisse
- Bei Aufgaben auf Hochschulniveau stieg der Anteil der erreichten Punkte von rund 41 auf rund 70 Prozent.
- Bei Aufgaben auf Prüfungsniveau ging es von etwa 22 auf etwa 66 Prozent nach oben.
- Selbst Aufgaben außerhalb des Lehrplans lösten die KI-Gruppen um 26 bis 31 Prozentpunkte besser, ohne dafür länger zu brauchen.
- Das unmittelbar gemessene Verständnis war nicht schlechter, oft sogar besser. Ob das langfristig hält, ist laut Mitautorin Hanna Brosch noch offen.
Spannend finde ich eine Beobachtung von Philipp Lergetporer von der TU München: Viele ohne KI haben die schwersten Aufgaben gar nicht erst angefangen. Wie stark jemand profitierte, hing zudem vor allem davon ab, wie geschickt er praktisch mit KI umgehen kann, nicht vom Schulabschluss.
Warum mich das beschäftigt
84 Prozent der Befragten nutzen KI bereits in der Berufsschule, aber nur 16 Prozent lernen dort, wie man sie sinnvoll einsetzt. Diese Lücke halte ich für das eigentliche Thema. Wenn KI-Kompetenz über den Lernerfolg entscheidet, darf sie nicht vom Zufall oder vom Hobby einzelner Azubis abhängen. Wer tiefer einsteigen will: Das BIBB lädt am 16. November um 17 Uhr zu einem Vortrag mit Prof. Harald Pfeifer ein.
Alle Details stehen in der Pressemitteilung des ifo Instituts.
Quelle: ifo.de